Du hast ein Aquascape gesehen, das dir nicht mehr aus dem Kopf geht. Dichtes Grün, ein paar Steine, eine kleine Wurzel, alles wirkt wie gewachsen. So etwas willst du auch. Dann kommen die Fragen. Welche Pflanzen passen zusammen? Brauchst du eine CO₂-Anlage? Und wie verhinderst du, dass dein erstes Becken nach drei Wochen in Fadenalgen versinkt?
Die kurze Antwort: Ein schönes Nano-Becken braucht kein teures Technikpaket. Es braucht ein Layout, das vom ersten Tag an viel Pflanzenmasse mitbringt, aus genügsamen Arten besteht und mit gedimmtem Licht startet. Ich habe selbst Becken ohne CO₂ betrieben und weiß, wie ruhig so ein Aufbau laufen kann, wenn Pflanzen und Licht zusammenpassen.
Genau so ein Layout bekommst du hier, zugeschnitten auf ein Nano-Becken mit 22 Litern: sieben Pflanzen aus unserem Shop, eine Einkaufsliste, eine Bauanleitung Schritt für Schritt und ein Plan für die ersten Wochen. Das Becken läuft ohne CO₂ und lässt sich später mit einer CO₂-Anlage nachrüsten, ohne dass du etwas umbauen musst.
Das Layout auf einen Blick - warum es Einsteigern viel verzeiht
Der Aufbau folgt der einfachsten Grundform im Aquascaping, dem Dreieck. Rechts hinten steigt der Bodengrund an, drei Seiryu-Steine bilden dort einen kleinen Hügel, und eine kurze Driftwood-Wurzel lehnt sich daran und zieht den Blick nach rechts oben. Nach links vorne fällt alles ab und läuft in einer niedrigen Wiese aus. Weil das Auge dieser Schräge folgt, wirkt selbst ein 30-Zentimeter-Würfel tiefer, als er ist.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Becken | 30 × 30 × 25 cm, 22 Liter |
| Konzept | startet ohne CO₂, CO₂ jederzeit nachrüstbar |
| Hardscape | drei Seiryu-Steine, eine kleine Driftwood-Wurzel |
| Pflanzen | sieben Arten, dazu optional eine Schwimmpflanze |
| Pflanzenkosten | knapp 60 Euro |
| Pflege | nach der Einfahrphase einmal pro Woche |
Warum ist das Layout so gutmütig? Algen wachsen dort, wo Licht und Nährstoffe übrig bleiben. Ein frisch eingerichtetes Becken ist dafür besonders anfällig. Ein neuer Soil gibt in den ersten Wochen Nährstoffe ins Wasser ab, die Pflanzen haben noch kaum Wurzeln, und die Bakterien in Filter und Bodengrund siedeln sich gerade erst an. Wer jetzt nur ein paar langsam wachsende Pflanzen einsetzt, überlässt den Algen das Feld.
Deshalb arbeitet das Layout mit zwei Gruppen. Die schnell wachsenden Stängelpflanzen und die Schwimmpflanze legen sofort los, nehmen Nährstoffe auf und lassen Algen wenig übrig. Die langsamen Aufsitzer und die Cryptocorynen bilden den ruhigen Rahmen, der auch dann gut aussieht, wenn du die Stängel gerade zurückgeschnitten hast. Alle sieben Arten wachsen ohne CO₂ gut, solange das Licht zur Versorgung passt.
Das Potenzial für mehr ist trotzdem eingebaut. Mit CO₂ wachsen dieselben Pflanzen dichter und kompakter, die Rotala zeigt häufiger rötliche Spitzen, und im Vordergrund werden Bodendecker möglich, die ohne CO₂ kaum einen Teppich bilden. Wie der Umstieg gelingt, steht am Ende des Artikels.

Grauer Stein, warmes Holz und viel Grün - diese Kombination wirkt auch im kleinen Becken stimmig.
Die Einkaufsliste - was du für das Layout brauchst
| Bereich | Was | Menge oder Größe |
|---|---|---|
| Becken | Nano-Becken aus Weißglas | 30 × 30 × 25 cm, 22 Liter |
| Bodengrund | Aquarium-Soil mit feiner Körnung | 9 Liter, alternativ 3 Liter mit Unterbau aus Lavastein |
| Steine | Seiryu Stones Set S „Nano Trio“ | ein mittlerer, zwei kleine Steine |
| Holz | Driftwood Flusswurzel XS | ca. 15–25 cm |
| Licht | dimmbare LED-Leuchte | eine Leuchte |
| Filter | kleiner Innen- oder Außenfilter für Nano-Becken | ein Filter |
| Pflanzen | sieben Arten, optional eine Schwimmpflanze | siehe nächster Abschnitt |
| Dünger | Volldünger ohne Stickstoff und Phosphat | z. B. Tropica Premium Nutrition |
| Werkzeug | Pinzette, Schere, Hardscape-Kleber oder Baumwollfaden, Sprühflasche, Zeitschaltuhr | je eins |
Das Layout ist auf unser Scapers One mit 22 Litern zugeschnitten: 4,5 mm starkes Weißglas, transparente Silikonnähte und eine rutschfeste Unterlage. Jedes andere Becken mit ähnlicher Grundfläche funktioniert genauso.
Für das Hardscape passt das Seiryu Stones Set S „Nano Trio“. Es ist für Becken von 10 bis 45 Litern zusammengestellt, mit einem Hauptstein und zwei Nebensteinen, die in Farbe und Struktur zusammenpassen. Seiryu enthält Kalk und härtet das Wasser leicht auf. Für die Pflanzen in diesem Layout ist das kein Problem, Soil und regelmäßige Wasserwechsel halten die Werte im Rahmen. Planst du später Garnelen, die sehr weiches Wasser brauchen, nimm stattdessen schwarzen Lavastein.
Die Driftwood-Wurzel in Größe XS ist mit 15 bis 25 Zentimetern richtig für einen Nano-Würfel. Naturholz kann anfangs Gerbstoffe abgeben und das Wasser bräunlich färben. Das schadet nicht und lässt mit den Wasserwechseln nach. Wer von Anfang an klares Wasser möchte, kocht die Wurzel 30 bis 60 Minuten aus und wässert sie danach in einem Eimer, dessen Wasser regelmäßig gewechselt wird, bis die Färbung deutlich nachlässt.
Beim Filter genügt ein kleines Modell für Nano-Becken. Richte den Auslauf so aus, dass sich die Wasseroberfläche nur leicht bewegt. Das reicht für den Gasaustausch, treibt aber das wenige CO₂ im Wasser nicht unnötig aus.
Wie viel Soil du wirklich brauchst
Soil ist ein nährstoffreicher Bodengrund aus Tonerde. Er versorgt Cryptocorynen und Stängelpflanzen über die Wurzeln und lässt sich dank feiner Körnung gut bepflanzen. Die benötigte Menge rechnest du so aus:
Soil in Litern = Grundfläche in cm² × mittlere Schichthöhe in cm ÷ 1.000
Für das Layout heißt das: 30 × 30 cm ergeben 900 cm². Vorne liegen etwa 3 Zentimeter Soil, hinten etwa 7 Zentimeter, im Mittel also 5 Zentimeter. 900 × 5 ÷ 1.000 = 4,5 Liter. Steine und Wurzel verdrängen etwas Volumen, für einen ansteigenden Hang reichen 3 Liter trotzdem nicht. Mit 9 Litern hast du genug Reserve, um den Hang frei zu formen, und den Rest lagerst du trocken zum Nachfüllen.
Wenn du sparen möchtest, nimm 3 Liter Soil und ein paar grobe Lavasteine als Unterbau im hinteren Bereich. Der Hang steht dann auf Stein, und der Soil liegt überall als mindestens 3 Zentimeter dicke Pflanzschicht darüber.
Die sieben Pflanzen - welche wohin kommt und warum
| Pflanze | Platz im Layout | Anzahl | Aufgabe |
|---|---|---|---|
| Limnophila sessiliflora | Hintergrund rechts, hinter Stein und Wurzel | 2 | wächst sehr schnell, bringt Masse und nimmt Algen die Nährstoffe weg |
| Rotala rotundifolia | Hintergrund links | 2 | feinere Blätter als Kontrast, mit mehr Licht oft rötliche Spitzen |
| Cryptocoryne wendtii 'Mi Oya' | Mittelgrund am Fuß der Steine | 1 | robuste Rosette mit rötlich-bronzefarbenen Blättern |
| Sagittaria subulata | Vordergrund | 2 | bildet über Ausläufer eine niedrige, grasartige Wiese |
| Anubias barteri nana 'Petite' | Spalte am Hauptstein | 1 | kleiner, dunkelgrüner Aufsitzer, wächst sehr langsam |
| Bucephalandra sp. 'Wave Leaf' | Fuß der Wurzel | 1 | Aufsitzer mit gewellten Blättern |
| Taxiphyllum sp. 'Spiky' | Äste der Wurzel | 1 | Moos, lässt das Holz alt und bewachsen wirken |
| Salvinia auriculata (optional) | Wasseroberfläche | 1 | Starthelfer für die ersten Wochen |
Zusammen kommst du auf knapp 60 Euro, mit der Schwimmpflanze auf gut 65 Euro (Stand Oktober 2026).
Hintergrund. Die Stängelpflanzen stehen hinten, weil sie hoch werden und regelmäßig geschnitten werden. Limnophila sessiliflora ist das Arbeitstier des Layouts. Sie wächst schnell, hat fein gefiederte, hellgrüne Blätter und verträgt auch einen kräftigen Rückschnitt. Die Rotala rotundifolia daneben trägt kleinere, rundliche Blätter. Dieser Unterschied in der Blattform erzeugt Tiefe. Halte die Rotala links etwas niedriger als die Limnophila rechts, dann bleibt die Dreiecksform erhalten.
Mittelgrund. Cryptocoryne wendtii 'Mi Oya' bringt einen warmen Ton zwischen Stein und Grün. Sie ist ein Wurzelzehrer, holt sich ihre Nährstoffe also vor allem über die Wurzeln aus dem Bodengrund. Genau dafür ist der Soil da.
Auf Holz und Stein. Anubias, Bucephalandra und Moos sind Aufsitzer. Sie wachsen auf Holz und Stein und gehören nicht in den Bodengrund. Ihr Rhizom, der kriechende, verdickte Stängel, aus dem Blätter und Wurzeln wachsen, fault, wenn es eingegraben wird. Weil Aufsitzer so langsam wachsen, setzen ihre Blätter bei zu viel Licht gern Algen an. Im Halbschatten der Wurzel sind sie deshalb gut aufgehoben.
Vordergrund. Sagittaria subulata, das Zwergpfeilkraut, ist eine der robustesten Vordergrundpflanzen für Becken ohne CO₂. Sie schickt Ausläufer durch den Soil und schließt so nach und nach die Fläche. Unter gutem Licht bleibt sie niedrig, bei wenig Licht streckt sie sich. Einzelne zu hohe Pflanzen kannst du einfach herausziehen.
Schwimmpflanze. Salvinia auriculata holt sich ihr CO₂ direkt aus der Luft und wächst deshalb auch ohne Anlage schnell. In den ersten Wochen nimmt sie Nährstoffe auf, die sonst den Algen zugutekämen. Dafür nimmt sie den Pflanzen darunter Licht weg. Sie ist deshalb ein Starthelfer auf Zeit.
Schritt für Schritt - so baust du das Layout auf
- Becken aufstellen. Stell das Becken auf eine ebene, tragfähige Fläche ohne direkte Sonne, mit einer Steckdose in Reichweite. Gefüllt bringt ein 22-Liter-Becken mit Bodengrund und Steinen gut 30 Kilogramm auf die Waage, verschieben ist dann keine Option mehr.
- Hardscape vorbereiten. Spül Steine und Wurzel unter fließendem Wasser ab. Wenn du die Wurzel auskochen möchtest, ist jetzt der Moment dafür.
- Soil einfüllen. Füll den Soil trocken ein, vorne etwa 3 Zentimeter hoch und nach rechts hinten auf etwa 7 Zentimeter ansteigend. Bei der Sparvariante kommen zuerst die Lavasteine nach rechts hinten, der Soil darüber.
- Hauptstein setzen. Setz den größten Stein etwa ein Drittel der Beckenbreite vom rechten Rand entfernt ein, also bewusst nicht in die Mitte. Ein Mittelpunkt wirkt im Aquascape schnell starr, ein leicht versetzter Schwerpunkt dagegen natürlich. Drück den Stein etwa zu einem Drittel in den Soil, damit er fest steht und aussieht, als wäre er aus dem Boden gewachsen. Eine leichte Neigung nach links verstärkt die Dreiecksform.
- Nebensteine ergänzen. Setz die beiden kleineren Steine links davor und leicht versetzt in die Tiefe. Richte ihre Kanten und Adern in dieselbe Richtung aus wie beim Hauptstein, sonst wirkt die Gruppe unruhig. Tritt danach einen Schritt zurück und schau auf Augenhöhe von vorne. Ein Handyfoto hilft, weil Proportionen auf dem Bildschirm oft klarer werden.
- Wurzel anlehnen. Lehn die Wurzel so an den Hauptstein, dass ihre Spitze nach rechts hinten oben zeigt. Hinter und rechts neben ihr bleibt Platz für die Limnophila. Wackelt sie, fixiert ein Tropfen Hardscape-Kleber sie am Stein.
- Aufsitzer befestigen. Im Trockenen geht das am einfachsten. Setz die Anubias mit einem Tropfen Kleber am Rhizom in eine Spalte des Hauptsteins und die Bucephalandra an den Fuß der Wurzel. Verteil das Moos dünn auf zwei oder drei Ästen und fixier es mit kleinen Klebepunkten oder Baumwollfaden. Dünn ist wichtig, denn in dicken Polstern bekommt das Moos innen kein Licht und wird braun. Sichtbare Klebestellen lassen sich mit Hardscape-Verbindungspulver kaschieren.
- In-vitro-Pflanzen vorbereiten. Unsere Pflanzen von Aqua Art kommen als In-vitro-Kultur, also im Labor auf Nährgel gezogen und frei von Schnecken und Algen. Nimm sie aus dem Becher und spül das Gel vollständig ab. Es enthält Zucker, und Reste im Becken füttern Bakterien und Algen. Teil die Pflanzen danach in kleine Portionen. Mehr zu In-vitro- und Topfpflanzen findest du in Wie du die richtigen Pflanzen für dein Aquascape auswählst.
- Einpflanzen. Sprüh den Soil vorher feucht, dann hält er die Pflanzen besser. Setz die Stängelpflanzen in Bündeln aus zwei bis drei Trieben etwa 2 bis 3 Zentimeter tief und mit 1 bis 2 Zentimetern Abstand, die Limnophila rechts hinten, die Rotala links hinten. Die Cryptocorynen kommen einzeln an den Fuß der Steine, die Sagittaria in kleinen Büscheln mit 2 bis 4 Zentimetern Abstand in den Vordergrund. Greif jede Portion mit der Pinzette unten am Ansatz, schieb sie schräg in den Soil, öffne die Pinzette und zieh sie heraus. Pflanz ruhig dichter, als es dir zunächst sinnvoll vorkommt. Die Dichte am Anfang ist dein bester Schutz gegen Algen. Zwischendurch hält die Sprühflasche alles feucht.
- Langsam fluten. Leg eine Plastiktüte oder einen flachen Teller auf den Soil und gieß das Wasser langsam darauf. So wirbelt nichts auf, und die frisch gesetzten Pflanzen bleiben stecken. Aufgetriebene Triebe einfach neu setzen.
- Technik starten. Schalte Filter und Leuchte ein, stell die Zeitschaltuhr auf sechs Stunden und setz die Salvinia an eine ruhige Stelle der Oberfläche. Damit steht dein Layout.

Aufsitzer kommen vor dem Fluten aufs Holz. Ein kleiner Tropfen Kleber am Rhizom hält sie, bis die eigenen Wurzeln greifen.
Die ersten Wochen - so kommst du ohne Algenplage durch die Einfahrphase
Die Einfahrphase sind die ersten Wochen nach dem Start, in denen sich Bakterien in Filter und Bodengrund ansiedeln und sich das Becken einpendelt. In dieser Zeit entscheidet sich, ob dein Layout entspannt anläuft. Vier Stellschrauben machen dabei den Unterschied.
Licht - gedimmt starten und in kleinen Schritten steigern
In einem neuen Becken trifft volles Licht auf Pflanzen, die es noch gar nicht nutzen können. Starte deshalb mit etwa der Hälfte der Helligkeit und sechs Stunden Beleuchtung. Erhöhe erst, wenn die Stängelpflanzen sichtbar neue, kompakte Triebe bilden, und dann in kleinen Schritten, entweder die Helligkeit oder die Dauer, nie beides zugleich. Nach einigen Wochen landest du so meist bei sieben bis acht Stunden. Ohne CO₂ bleibt die Helligkeit dabei moderat, denn ohne zusätzlichen Kohlenstoff können die Pflanzen mehr Licht kaum in Wachstum umsetzen. Warum das so ist, erkläre ich in Mehr Licht, mehr Algen? 7 Fehler bei der Wahl deiner Aquariumbeleuchtung.
Für dieses Layout eignet sich unsere NanoSun LED. Eine Leuchte reicht für Nano-Becken bis etwa 60 Liter, die Klemme passt an Glas bis 12 Millimeter, und der Controller dimmt stufenlos von 0 bis 100 Prozent. Über 22 Litern läuft sie anfangs gedimmt, und die Reserve hängt schon über dem Becken, wenn später CO₂ dazukommt.

In der Einfahrphase gilt beim Dimmen: lieber zu wenig Licht als zu viel.
Wasserwechsel - am Anfang öfter als später
Ein frischer Soil gibt in den ersten Wochen Nährstoffe ins Wasser ab, je nach Sorte auch Ammonium. Wechsle deshalb in den ersten drei bis vier Wochen zwei- bis dreimal pro Woche etwa die Hälfte des Wassers, danach einmal pro Woche. Im 22-Liter-Becken ist das ein Eimer und schnell erledigt. Wisch vorher die Scheiben ab und streich mit einer weichen Zahnbürste über Steine und Holz. Was sich dabei löst, landet direkt im Eimer.
Düngen - erst, wenn die Pflanzen loslegen
Der Soil versorgt die Pflanzen anfangs mit Stickstoff und Phosphat. Zusätzlicher Dünger ist erst dran, wenn die Stängelpflanzen sichtbar wachsen. Dann passt ein Volldünger ohne diese beiden Stoffe, zum Beispiel Tropica Premium Nutrition, sparsam nach Packungsangabe. Er liefert die übrigen Nährstoffe wie Kalium, Eisen und Spurenelemente. Zeigen die Pflanzen später trotzdem blasse neue Blätter oder kommt CO₂ dazu, ist ein Dünger mit Stickstoff und Phosphat an der Reihe, etwa Tropica Specialised Nutrition.
Die Schwimmpflanze im Griff behalten
Fisch beim Wasserwechsel überschüssige Salvinia ab, sobald sie mehr als etwa ein Drittel der Oberfläche bedeckt. Sonst fehlt der Wiese im Vordergrund das Licht. Stehen die Stängelpflanzen dicht und musst du sie regelmäßig schneiden, haben sie die Aufgabe übernommen, und die Salvinia kann ganz raus.
Woran du erkennst, dass dein Start gelingt
Kieselalgen und Fadenalgen hatte ich in meinen eigenen Becken auch schon. Ein brauner Belag in den ersten Wochen ist deshalb kein Grund zur Sorge, er gehört zum Einfahren dazu. Entscheidend ist, ob die Pflanzen wachsen und die Algen nicht mehr werden. Die Tabelle hilft beim Einordnen.
| Beobachtung | Was dahintersteckt | Was du tust |
|---|---|---|
| Stängelpflanzen bilden kompakte, frisch grüne Spitzen | die Pflanzen sind angewachsen | Licht in kleinen Schritten erhöhen |
| Stängel werden lang und dünn, große Abstände zwischen den Blattpaaren | zu wenig Licht am Standort | etwas heller dimmen, Schatten durch Salvinia prüfen |
| brauner, leicht abwischbarer Belag auf Steinen und Scheiben | Kieselalgen, typisch für neue Becken | beim Wasserwechsel abwischen und absaugen |
| feine grüne Fäden an Stängeln und Moos | mehr Licht, als die Pflanzenmasse nutzen kann | dimmen, Fäden mit Zahnbürste oder Pinzette aufwickeln, Wasser wechseln |
| Salvinia bedeckt große Teile der Oberfläche | sie wächst schneller als die Pflanzen darunter | regelmäßig abfischen |
| Moos wird von innen braun | Polster zu dick, innen fehlt Licht | Moos ausdünnen |

Kieselalgen sind ein typischer Begleiter neuer Becken und gehen meist zurück, wenn die Pflanzen richtig wachsen.
Gib jeder Änderung Zeit und ändere immer nur eine Sache. Stängelpflanzen zeigen meist nach ein bis zwei Wochen, wie sie reagieren, Algen oft schon nach wenigen Tagen. Wer gleichzeitig Licht, Dünger und Wasserwechsel verstellt, weiß hinterher nicht, was gewirkt hat.
Pflege, wenn das Becken eingewachsen ist
Nach der Einfahrphase reicht ein fester Termin pro Woche. Bewährt hat sich die Reihenfolge Schneiden, Scheiben putzen, Wasser wechseln, Düngen. Was beim Schneiden aufwirbelt, landet so direkt im Eimer. Bei meinen Becken dauert ein normaler Pflegetermin auf diese Weise etwa eine Viertelstunde.
Die meiste Arbeit macht die Limnophila, und das ist gewollt. Schneid die Stängel etwa auf halber Höhe ab und setz die abgeschnittenen Spitzen wieder ein. Die Stümpfe treiben am obersten Blattknoten neue Seitentriebe, und der Hintergrund wird mit jedem Schnitt dichter. Wie das bei verschiedenen Pflanzentypen funktioniert, zeigt Ein Schnitt, doppelt so viele Pflanzen - Aquarienpflanzen richtig schneiden und vermehren. Aufsitzer und Cryptocorynen brauchen dagegen kaum Pflege. Gelegentlich ein altes Blatt abzuknipsen und das Moos zu stutzen, wenn es zu dick wird, genügt.

Nach dem Schnitt treiben die Stängel am obersten Blattknoten neu aus. So wird der Hintergrund mit der Zeit immer dichter.
CO₂ nachrüsten - so holst du mehr aus dem Layout heraus
Läuft dein Becken stabil und ist die Einfahrphase vorbei, ist eine CO₂-Anlage der nächste Schritt, wenn du mehr willst: dichteren Wuchs, kräftigere Farben, vielleicht einen echten Teppich im Vordergrund. Weil die Pflanzen für beide Wege ausgewählt sind, musst du dafür nichts umbauen. Entscheidend ist die Reihenfolge.
- Erst CO₂, das Licht bleibt, wie es ist. Starte mit etwa einer Blase pro Minute je 10 Liter, bei 22 Litern also mit rund zwei Blasen pro Minute. Das CO₂ läuft nur während der Beleuchtung, beginnt etwa eine Stunde vor dem Licht und endet etwa eine Stunde vor Lichtende. Das übernimmt ein Magnetventil an der Zeitschaltuhr.
- Diffusor und Dauertest richtig platzieren. Der Diffusor gehört dorthin, wo die Filterströmung den feinen Nebel durchs Becken trägt. Der Dauertest hängt an einer gut durchströmten Stelle außerhalb des Blasenstroms.
- Nach dem Dauertest regeln. Erhöhe die Menge in kleinen Schritten, bis der Test während der Lichtphase grün zeigt. Wie das im Detail geht, steht in CO₂ im Aquarium richtig einstellen.
- Dann das Licht steigern. Dreh die Leuchte erst heller, wenn das CO₂ passt, und auch dann nur in kleinen Schritten.
- Düngung anpassen. Schnelleres Wachstum verbraucht mehr Nährstoffe. Jetzt ist ein Dünger mit Stickstoff und Phosphat dran.
Danach kannst du das Layout erweitern. Die Salvinia hat ausgedient, und im Vordergrund ist Platz für Pflanzen, die mit CO₂ deutlich besser wachsen, etwa Staurogyne repens zwischen der Sagittaria oder Micranthemum 'Monte Carlo' als Teppich. Welche Anlage zu deinem Becken passt, erklärt Das passende CO₂-System für dein Aquarium.
Sobald Tiere im Becken leben, verdient ein Punkt besondere Aufmerksamkeit: Zu viel CO₂ schadet Fischen und Garnelen. Beobachte deine Tiere nach jeder Erhöhung. Atmen Fische hektisch an der Oberfläche, stopp die CO₂-Zufuhr sofort und sorg für kräftige Oberflächenbewegung.

Der Diffusor zerteilt das Gas in feinste Bläschen, die Strömung verteilt sie im Becken.
Häufige Fragen zum Einsteiger-Layout im Nano-Becken
Funktioniert das Layout auch im 14- oder 36-Liter-Becken?
Ja. Aufteilung und Pflanzen bleiben gleich, nur die Mengen ändern sich. Im 14-Liter-Würfel mit 25 × 25 Zentimetern reicht von jeder Pflanze eine Einheit, und laut Soil-Formel brauchst du gut 3 Liter Soil. Im 36-Liter-Becken mit 35 × 35 Zentimetern rechnest du mit rund 6 bis 7 Litern Soil und nimmst im Hintergrund eher eine Einheit mehr. Steinset und Wurzel in den hier genannten Größen passen zu beiden Becken.
Kann ich statt Soil auch Sand oder Kies verwenden?
Das geht, macht den Start aber schwieriger. Sand und Kies enthalten keine Nährstoffe. Cryptocorynen, Sagittaria und Stängelpflanzen holen sich einen großen Teil ihrer Nahrung über die Wurzeln und bräuchten dann regelmäßig Düngekugeln im Boden. Soil nimmt dir das in der ersten Zeit ab und lässt sich durch die feine Körnung leichter bepflanzen.
Brauche ich einen Heizstab?
Für die Pflanzen in diesem Layout reicht normale Zimmertemperatur. Ob ein Heizstab nötig ist, entscheiden deine späteren Tiere und der Raum. Viele tropische Fische wollen es wärmer, und in kühlen Räumen sinkt die Wassertemperatur im Winter schnell ab. Prüfe die Ansprüche der Tiere, bevor du sie kaufst.
Wann können die ersten Tiere einziehen?
Nicht nach einem festen Termin, sondern wenn die Wasserwerte es zeigen. Miss in den ersten Wochen regelmäßig Nitrit und Ammonium. Bleiben beide über mehrere Messungen unauffällig, kannst du mit wenigen Tieren beginnen, zum Beispiel Garnelen oder Schnecken, und misst danach weiter. Was in dieser Zeit im Becken passiert, erklärt Die optimale Einfahrphase für schnelles Pflanzenwachstum.
Meine Cryptocorynen fallen nach ein paar Tagen zusammen - was ist los?
Das ist bei Cryptocorynen häufig und meist harmlos. Nach dem Einsetzen werfen sie oft Blätter ab, während sie sich auf die neuen Bedingungen umstellen. Die Wurzeln leben weiter, und nach einiger Zeit treiben neue Blätter aus. Lass die Pflanzen im Boden und entferne nur die zerfallenen Blätter, damit sie nicht im Becken verrotten.
Was mache ich, wenn eine der Pflanzen gerade nicht lieferbar ist?
Tausch sie gegen eine Art mit derselben Aufgabe. Statt Rotala rotundifolia passt die grünblättrige Rotala rotundifolia 'Green', statt 'Wave Leaf' eine andere Bucephalandra, statt Spiky-Moos etwa Flammenmoos oder Christmas Moss. Wichtig ist, dass die Ersatzpflanze ohne CO₂ gut wächst. Passende Arten findest du bei unseren Pflanzen ohne CO₂.
Wie lange dauert es, bis das Becken eingewachsen aussieht?
Das hängt von Licht, Pflanzenmenge und Pflege ab. Die Stängelpflanzen zeigen meist nach ein bis zwei Wochen sichtbaren Neuzuwachs und füllen den Hintergrund als Erstes. Die Sagittaria braucht länger, bis ihre Ausläufer die Fläche schließen. Aufsitzer und Moos wachsen am langsamsten, bis die Wurzel richtig bewachsen wirkt, vergehen eher Monate als Wochen.
Kann ich die CO₂-Anlage auch gleich von Anfang an anschließen?
Ja, das funktioniert. Dann stimmst du Licht, CO₂ und Düngung vom ersten Tag an aufeinander ab, und die Pflanzen wachsen schneller an. Für dein erstes Becken empfehle ich trotzdem den Start ohne CO₂. Du lernst in Ruhe, wie deine Pflanzen auf Licht und Pflege reagieren, und siehst danach deutlich, was das CO₂ verändert.